GOETHES SOHN Als Goethes Sohn August 1830 verstorben war und er durch intensive Arbeit am 4. Band von „Dichtung und Wahrheit“ über diesen Verlust hinwegzukommen versuchte, wurde Goethe von dem erwähnten „Blutsturz“ betroffen. Kaum hatte sich Goethe von diesem Ereignis erholt, raffte er sich dazu auf, „Faust II“ abzuschließen und das Manuskript zu versiegeln. Die „Ordre zum Abmarsch“ erging an den 83-jährigen Goethe am22. März 1832. Wenige Stunden vor seinem Tod hatte er noch hoffnungsvoll geäußert: „… also hat der Frühling begonnen und wir können uns dann umso eher erholen“. Sein behandelnder Arzt Dr. Carl Vogel schilderte, wie Goethe in der Nacht von panischer Angst und Unruhe ergriffen wurde. Heftige Brustschmerzen, kalter Schweiß und ein Rasseln auf der Brust lassen sich retrospektiv mit einem Reinfarkt und Lungenödem vereinbaren.

Als Goethes Sohn August 1830 verstorben war und er durch intensive Arbeit am 4. Band von „Dichtung und Wahrheit“ über diesen Verlust hinwegzukommen versuchte, wurde Goethe von dem erwähnten „Blutsturz“…

GOETHES GESUNDHEIT 1801 entwickelte sich die dritte lebensbedrohliche Erkrankung seines Lebens: Rötung und Schwellung des rechten Auges, der rechten Gesichts und Halsseite unter Fieber und zeitweiliger Bewusstseinstrübung. Retrospektiv wurde diese damals als „Gesichtsrose“ und„heftiger Rotlauf“ (Schiller) bezeichnete Krankheit als bullöses Erysipel gedeutet. Ein Zoster ophthalmicus scheint  aus heutiger Sicht nicht ausgeschlossen. Unter Aderlässen und Senfbädern, die Goethes Arzt Dr. Stark verordnete, zog sich die Rekonvaleszenz bis Ende 1801 hin. Die „Gesichtsrose“ war der Auftakt für Goethes längste seelische Krise sowie rezidivierende Nierenkoliken, schwer verlaufende Erkältungen und rheumatische Beschwerden. Zahnerkrankungen, an denen Goethe seit seinem 17. Lebensjahr litt, nahmen jetzt einen noch unangenehmeren Verlauf. Die Möglichkeiten der damaligen Zahnmedizin waren begrenzt und gingen kaum über Extraktion, lokale und systemische Schmerzlinderung hinaus. Ab dem 60. Lebensjahr setzte der Zahnverlust bei Goethe ein, mit etwa 80 Jahren soll er aus kosmetisch-ästhetischen Gründen eine Prothese „aus Porzellanzähnen ohne Kaun: Die beste Arzney“ sei. Schon frühzeitig trug Goethe den Beinamen „Der Wanderer“.

1801 entwickelte sich die dritte lebensbedrohliche Erkrankung seines Lebens: Rötung und Schwellung des rechten Auges, der rechten Gesichts und Halsseite unter Fieber und zeitweiliger Bewusstseinstrübung. Retrospektiv wurde diese damals als…